Die Morgenandacht "Aufgewacht und Angedacht!" am 15. Juli um 8.00 Uhr

Herzliche Einladung zur Andacht unter freiem Himmel vor dem eshg. Mit Musik von Annelie und Wiebke. Im Anschluss: "Frühstück to go"

Kirchturm

Kloster auf Zeit - im Kloster-Projekt Bursfelde

Zeit für Gott - Zeit für Gemeinschaft - Zeit für Mich

Donnerstags, 11.00 Uhr: „heaven@11“

Die Hochschulgemeinden haben ihre Bürgerfunksendung im StadtRadio Göttingen neu aufgelegt. Die ökumenische Radiosendung läuft immer donnerstags um 11 Uhr auf der 107,1 und im Live-Stream. Sonntags um 11 Uhr wird sie wiederholt. Sendeverantwortlich sind ESG-Hochschulpastorin Dr. Eva Jain und der Leiter der khg Peter-Paul König.

Herzlich Willkommen

Du hast Lust Musik zu machen, gemeinsam aktiv zu werden oder dich zu engagieren? Alle Angebote findest du unter:

/esg/mitmachen

Natürlich haben wir in allen Lebenslagen ein Ohr für dich. Alle Beratungsmöglichkeiten findest du unter:

/esg/seelsorge

Ab September ist die neue FSJ Stelle frei!

Du hast Zeit viel, weil im Moment keine Schule stattfindet? Dann ist das eine gute Gelegenheit, sich mit dem zu beschäftigen, was du nach der Schule machen willst – wie wäre es mit dem FSJ in der St. Johannis- und Hochschulgemeinde. Es bietet dir die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Berufsleben zu machen und dazu Kontakt mit Studierenden und der Universität aufzubauen!

https://www.esg-goettingen.de/Freiwilliges-Soziales-Jahr

Sendung vom 09.07.2020

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In der 14. Ausgabe von „Heaven@11“, vom Donnerstag, 09. Juli, erwartet die Zuhörer eine Andacht von Theologiestudentin Sandra Beverungen. Ende Juni hat die Landeskirche Hannovers die Kirchenzahlen für das Jahr 2019 herausgebracht. Landesbischof Ralf Meister hat uns seine Einschätzung der Lage verraten. Wie es im Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen um die Ein- und Austritte bestellt ist, erklärt Superintendent Friedrich Selter im Gespräch mit Jeanine Rudat. Ende Juni wurden aber nicht nur gerechnet, sondern auch geradelt. Wie der Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen bei der Kampagne #stadtradeln abgeschnitten hat, darüber hat Jeanine Rudat mit Elke Drebing, Leiterin der Ev. Familien-Bildungsstätte, Charlotte Scheller, Pastorin in der Christophorusgemeinde und natürlich mit dem passionierten Rennradfahrer Superintendent Friedrich Selter gesprochen. Außerdem in der Sendung: Veranstaltungshinweise.

„Aufgewacht und angedacht“ am Mittwoch, den 08. Juli

Freie Unfreiheit

von Gilda Stechhan

Erdbeeren, Kirschen, Freibad. Eis, mit Freunden grillen, lange Abende im Park. Das ist für mich Sommer. Dieses Jahr ist er irgendwie anders. Es ist warm, die Sonne scheint, Erdbeeren und Kirschen gibt es auch. Und trotzdem will sich das Gefühl von Sommer bei mir nicht recht einstellen. Ich habe immer Angst, dass es gleich wieder kalt wird, ich meine Pullis und dicken Socken rausholen muss und im grauen Winterblues gefangen bin. Ich fühle mich manchmal eingegrenzt von den Verboten und Geboten, ich bin unsicher. Frei und unfrei zu gleich, hin und hergerissen zwischen Sommer und Winter. Ich kann kein Ende sehen, und sehne mich doch so sehr nach Normalität.

Da sind Menschen: Hunderte, tausende, die sich nach Freiheit gesehnt haben, nach Selbstbestimmung, nach dem Ende der Sklaverei. Und als diese da ist merken sie: wir sind nicht frei, wir haben einen langen Weg vor uns, der uns durch die Wüste führt, durch Versuchungen. Ein Weg der uns Gesetze aufzwingt und der eine lange Durststrecke für uns bereithält. Da ist ein Gefühl der freien Unfreiheit. Mose führt durch die Wüste, spricht Mut zu, verspricht, dass alles gut wird. Da sind Zweifel an dem Gott, der sie befreit hat und der schon bei ihren Vätern und Müttern war. Die Wanderung ist so lang, da ist so wenig Gutes auf ihrem Weg und irgendwie fehlt das Gefühl von Neuanfang.

1964. USA. Menschen dürfen sich endlich frei bewegen, in Restaurants mit anderen Menschen zusammensitzen, zur gleichen Schule gehen, dieselben Toiletten benutzen. Das war ein langer Weg, ein Weg, der Träumer brauchte und Menschen, die sich trauten, zu sprechen. Die Realität sieht anders aus. Es gibt immer noch Menschen, die die Straßenseite wechseln, die jede Bewegung kritisch beäugen, die nicht antworten, wenn jemand, der sich in einem winzigen Detail von ihrem Weltbild unterscheidet, sie etwas fragt. Menschen gehen auf die Straße, kämpfen um ihre Freiheit, haben in all den Jahrhunderten von Ungerechtigkeit nicht die Hoffnung aufgegeben. Sie wollen diese freie Unfreiheit hinter sich lassen.

Da ist einer, der mich begleitet, der für mich da ist, der mir verspricht, dass es ein schöner Sommer wird; nur etwas anders. Jemand, der mir gut zuredet, der mit mir Eis Essen geht, der auf meinen Spaziergängen neben mir ist, der die Kirschen süßer und die Sonne wärmer scheinen lässt. Der mir Unsicherheit nimmt und mir Freiheit schenkt, wenn ich es zulasse.

Da ist einer, der zu seinem Volk steht, der nicht aufgibt. Immer neue Chancen eröffnet. Der in guten wie in schlechten Zeiten da ist. Der Treue verlangt und Gebote erlässt. Sie sollen ein gutes Miteinander fördern. Sie sollen das Volk, dass im Finstern wandelt zum Licht führen. Sie sind der Wegweiser durch die Wüste. Er begleitet sein Volk immer, egal wo hin, er ist bei ihnen alle Tage. Auch wenn der Weg lang war, hat er immer zu ihnen gestanden, das verstehen die Wüstenwanderer dann auch.

Da ist einer, für den sind alle Menschen gleich, der macht keinen Unterschied. Er schenkt Hoffnung auf Freiheit und Gleichheit. Er sieht die Menschen, nimmt sie in ihrer Verschiedenheit an und verurteilt keinen. Er hält die Hoffnung hoch, dass sich die Welt ändert. Aus 40 Jahren Wüste ist für zu viele Menschen ein sehr langer harter Weg geworden. Aber die Welt ist im Wandel, Plätze werden umbenannt, Statuen gestürzt, da beginnt ein Umdenken. Da ist die Hoffnung nicht verloren.

An einer Schule in Jordanien steht der Spruch: Freedom is a state of mind. Freiheit ist eine Geisteshaltung. Nicht nur von mir, nicht nur im Kopf einer einzelnen Wüstenwanderin, nicht nur im Kopf eines Träumers. Sondern in unser aller Köpfen. Respekt füreinander, die Freiheiten des anderen wahrnehmen und vor allem hoffen, dass da einer ist, der uns alle befreit hat.

Amen.

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